TIER basiertes Draften

In Vorbereitung auf den Fantasy-Draft stellen sich die meisten Fantasy-Manager Cheat-Sheets zusammen, welche die Rankings für die kommende Saison bestmöglich abschätzen. Eventuell habt ihr eure Spickzettel auch nach Position sortiert, was schnelle Entscheidungen während des Drafts vereinfacht. Nehmen wir das angeführte Cheat-Sheet als Vorlage für unseren Draft. Aus Gründen der Übersicht haben wir nur drei Ranking-Spalten für Overall, Runningbacks und Wide Receivers angeführt. Annahmen für unseren Draft: Spieler: 12 Position im Draft: 10 Scoring: Standard Gehen wir davon aus, dass die Picks der Spieler vor uns genau unserem Ranking entsprechen würden. Im Detail sind folgende Spieler nicht mehr verfügbar: McCaffrey, Elliott, Michael Thomas, Barkley, Dalvin Cook, Henry, Kamara, Hill, Mixon. Laut unserem Cheat-Sheet würde somit mit Davante Adams der nächste Pick feststehen, da dieser Spieler in unseren Rankings am höchsten positioniert ist. Kein schlechter Pick, man sollte jedoch auch die kommenden Runden berücksichtigen! Nach uns folgen vier Picks, wo sich die beiden Fantasy-Manager jeweils einen WR und einen RB auswählen (Julio Jones, Chubb, Hopkins, Josh Jacobs). Das verfügbare Draft-Board sieht anschließend wie folgt aus: Godwin Kelce Kittle Golladay Drake Wir hätten nun die Möglichkeit einen zweiten WR zu draften oder unser Team mit einen TE oder RB zu verstärken. Da dies Position des Runningbacks in Fantasy Football sehr bedeutend ist, könnten wir uns mit Kenyan Drake den, laut unseren angenommenen Rankings, best verfügbaren RB picken. Somit besteht unser Team nach den ersten beiden Runden aus Davante Adams und Kenyan Drake. Soweit zu unserem "Standard-Draft", den wir nun mit einem Tier basierten Draft vergleichen möchten. Was sind TIERS? Jetzt möchten wir auf Tiers eingehen und wie euch dieses System in eurem Fantasy-Draft helfen kann. Wenn man Rankings erstellt, so ist es nicht immer einfach eine genaue Sortierung festzulegen, da der erwartete Unterschied bei Fantasy-Punkten zwischen den beiden NFL Spielern ziemlich gering sein könnte. Aus diesem Grund kann man die Spieler in sogenannte Tiers (Stufen, Ränge) zusammenfassen. In der folgenden Grafik haben wir das bereits verwendete Ranking in Tiers unterteilt (Tier 1, Tier 2, Tier 3). Wie liest man diese Tabelle: wir haben für jede Kategorie 3 Tiers (in eurem finalen Draftboard gibt es natürlich mehr Tiers), wobei wir davon ausgehen, dass Spieler innerhalb eines Tiers am Ende der Saison ähnliche Punkte aufweisen werden. Zwischen den Tiers gibt es jedoch einen Unterschied. Beispiel Running Backs: McCaffrey, Zeke Elliott und Barkley bilden für uns Tier 1. Zwar haben wir vorab eine Reihenfolge definiert, diese drei Spieler befinden sich aber für uns am selben "Level". In unserem Beispiel würde sich Dalvin Cook im Tier 2 befinden. Das heißt es gibt einen Sprung zwischen Barkley und Cook, den man nach eigenem Ermessen festlegt. Im Tier 2 befinden sich bei den RBs insgesamt fünf Spieler (Cook, Henry, Kamara, Mixon, Chubb). Auch hier haben wir eine Reihenfolge vorab definiert, wobei die erwarteten Unterschiede innerhalb dieser Gruppe relativ gering sind. Wir könnten also argumentieren, dass wir ähnliche Fantasy Ergebnisse von Chubb und Cook erwarten und somit auch den Draft so auslegen, dass es für uns keinen Unterschied macht welchen der beiden Runningbacks wir auswählen würden. Im Draft würden wir also nicht genau auf die Reihenfolge sondern auf die Tiers achten. Nehmen wir den vorher beschriebenen Draft nochmals unter die Lupe. Wie in der Grafik unten zu sehen, wäre grundsätzlich Davante Adams der Spieler, welchen wir am höchsten im Ranking stehen haben. Im selben WR-Tier wie Adams befinden sich auch Julio Jones und DeAndre Hopkins. Somit stehen drei WR im Tier 2 verfügbar. Bei den Running Backs hingegen befindet sich nur noch ein Spieler von Tier 2 am Draftboard: Nick Chubb. Man sollte in diesem Fall kein Risiko eingehen und hoffen, dass Chubb in Runde zwei noch verfügbar ist. Bei den Wide Receivern sieht die Situation deutlich besser aus. Wir werden mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit in der nächsten Runde noch einen Spieler aus Tier 2 (Adams, Jones, Hopkins) picken können. Wir entscheiden uns also für Nick Chubb, obwohl dieser Spieler nicht am höchsten in unserem Gesamtranking steht! Die zwei Fantasy-Manager nach uns entscheiden sich wiederum jeweils für einen RB und einen WR. Somit fallen Jacobs, Drake, Davante Adams und Julio Jones vom Board, Wie sieht also unser Draftboard in Runde zwei aus? Wir sehen, dass mit DeAndre Hopkins noch ein Spieler aus Tier 2 verfügbar ist. Hier schlagen wir natürlich zu und holen uns zu einem Tier 2 RB und noch einen Tier 2 WR. Vergleichen wir nun die Ergebnisse der beiden Drafts: Standard Draft: Davante Adams (Tier 2) Kenyan Drake (Tier 3) Tier-Basierter Draft: Nick Chubb (Tier 2) DeAndre Hopkins (Tier 2) Wir haben also im Tier-basierten Draft ein, laut Rankings, besseres Team als bei der ersten Variante, obwohl wir mit unserem ersten Pick nicht mal den am höchsten gerankten Spieler genommen haben. Diesen Vorgang übernimmt man dann auch in die restlichen Runden des Drafts. Natürlich muss man auch immer die fehlenden Positionen seines Teams im Hinterkopf behalten. Auf die Strategien bezüglich Positionen beim Fantasy-Draft gehen wir aber in einem anderen Beitrag noch näher ein. Selbstverständlich ist diese Variante kein Garantie für einen perfekten Draft, da man die restlichen Fantansy-Manager nie genau einschätzen kann. Der Fantasy-Draft ist aber ein Strategie-Spiel, wo man sich selbst durch gewisse Finessen einen Vorteil erschaffen kann. Genau dazu gehört das Tier-basierte Draften. In diesem Sinne wünschen wir euch viel Erfolg bei den zukünftigen Fantasy-Drafts!

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